Blitze springen meilenweit. Glaubst du echt, 5 cm Gummi retten dich?
Prompted by Ein NerdSip-Lerner
Entlarve 3 gefährliche Blitz-Mythen mit knallharter Physik.
Du hast sicher schon gehört, dass der Blitz nie zweimal am selben Ort einschlägt. Das ist leider einer der gefährlichsten Mythen der Meteorologie. Blitze sind im Grunde gigantische elektrostatische Entladungen, die sich immer den Weg des geringsten Widerstands zum Boden suchen. Wenn ein Ort einmal ein gutes Ziel war, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass er es bleibt.
Das Empire State Building in New York ist das beste Beispiel. Es wird nicht nur zweimal getroffen, sondern durchschnittlich 25-mal pro Jahr. Als riesige, leitfähige Nadel, die weit in den Himmel ragt, bietet es der Elektrizität eine extrem bequeme Abkürzung, um die Erde zu erreichen.
Blitze haben kein Gedächtnis; es ist reine Physik. Hohe, spitze und freistehende Objekte – wie Türme, Bäume oder sogar ein Mensch auf freiem Feld – wirken als ideale Leiter. Wenn du in ein Gewitter gerätst, wiege dich niemals in Sicherheit, nur weil ein Ort bereits getroffen wurde.
Kurz gesagt
Blitze schlagen oft mehrmals am selben Ort ein, besonders in hohe, leitfähige Gebäude.
Teste dein Wissen
Wie oft wird das Empire State Building etwa pro Jahr vom Blitz getroffen?
Viele glauben, man sei im Auto sicher, weil die Gummireifen einen vom Boden isolieren. Aber rechnen wir mal nach: Ein Blitz ist gerade kilometerweit durch die Luft gesprungen, die ein exzellenter Isolator ist. Wenn Millionen Volt den gesamten Himmel überbrücken, halten sie ein paar Zentimeter Gummireifen sicher nicht auf!
Warum bist du im Auto also trotzdem sicher? Das Geheimnis ist der Faradaysche Käfig. Schlägt der Blitz in ein Metallfahrzeug ein, fließt die Elektrizität über die äußere Metallhülle ab, statt durch den Innenraum. Man nennt das den „Skin-Effekt“: Die Ladung wird um dich herum direkt in den Boden geleitet.
Das bedeutet aber auch: Nur Autos mit festem Metalldach bieten diesen Schutz. In einem Cabrio mit Stoffdach, einem Auto aus Glasfaser oder auf einem Motorrad hast du keinen schützenden Käfig. In diesen Fällen wird dich das Gummi der Reifen definitiv nicht retten.
Kurz gesagt
Das Auto schützt durch seine Metallhülle als Faradayscher Käfig, nicht durch die Reifen.
Teste dein Wissen
Wie nennt man den physikalischen Effekt, der dich im Auto vor Blitzeinschlägen schützt?
Denkst du, du bist sicher, weil die Sonne scheint und das Gewitter meilenweit entfernt ist? Ein Trugschluss. Eines der gruseligsten Phänomene ist der „Bolt from the Blue“. Diese Blitze können horizontal bis zu 40 Kilometer weit wandern, bevor sie plötzlich aus heiterem Himmel im Boden einschlagen.
Diese Schläge entstehen meist am sogenannten Amboss, dem oberen Teil einer Gewitterwolke. Da sie so weite Strecken durch klaren Himmel zurücklegen, treffen sie Menschen oft völlig unvorbereitet. Zudem sind diese „positiven“ Blitze häufig deutlich energiereicher und heißer als gewöhnliche Entladungen direkt unter der Regenwolke.
Nutze die 30/30-Regel: Siehst du einen Blitz, zähle die Sekunden bis zum Donner. Sind es 30 oder weniger, bist du bereits in Schlagdistanz. Warte zudem 30 Minuten nach dem letzten Donner, bevor du wieder nach draußen gehst.
Kurz gesagt
Blitze können über 40 km weit wandern und selbst bei strahlendem Sonnenschein einschlagen.
Teste dein Wissen
Was versteht man unter einem „Bolt from the Blue“?
Track your progress, earn XP, and compete on leaderboards. Download NerdSip to start learning.