Was wäre, wenn man einen Stern umhüllen könnte?
Nicht einen Planeten ausbeuten. Nicht ein Atom spalten. Was wäre, wenn eine Zivilisation so mächtig würde, so hungrig nach Energie, dass sie eine Hülle um ihre eigene Sonne baute? Jedes Photon eingefangen. Jeder Lichtstrahl in nutzbare Energie umgewandelt. Ein ganzer Stern, verwandelt in eine Batterie.
Der Traum des Physikers
Im Jahr 1960 veröffentlichte Freeman Dyson eine zweiseitige Arbeit, die unsere Suche nach intelligentem Leben veränderte. Er argumentierte, dass jede hinreichend fortgeschrittene Zivilisation irgendwann die Energieversorgung ihres Planeten überwachsen würde. Der logische nächste Schritt? Den Stern mit Solarkollektoren umgeben. Millionen davon, in einem Schwarm so gewaltig, dass er für optische Teleskope unsichtbar wäre. Aber nicht für Infrarot.
Die Kardaschow-Skala
Wir klassifizieren Zivilisationen nach ihrem Energieverbrauch. Typ I nutzt die Energie eines Planeten. Typ II die eines Sterns. Typ III die einer ganzen Galaxie. Die Menschheit liegt bei etwa 0,73. Doch irgendwo da draußen, im Orbit um einen Stern, den wir noch nicht benannt haben, könnte eine Zivilisation bereits Typ II sein. Der Beweis würde wie ein Stern aussehen, der in Mustern dunkler wird, die kein natürliches Phänomen erklären kann. Im Jahr 2015 fanden Astronomen genau das.
Das Universum belohnt die Neugierigen
Tabbys Stern. KIC 8462852. Sein Licht schwankt unregelmäßig, stark, auf eine Weise, die Staub und Kometen nicht vollständig erklären können. Wahrscheinlich keine Dyson-Sphäre. Wahrscheinlich. Aber die Tatsache, dass wir die Frage überhaupt stellen können, ist das eigentliche Wunder.
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