Warum brennen Ozeane in den Augen, Seen aber nicht?
Prompted by Ein NerdSip-Lerner
Erfahre, wie Geologie und Chemie das Wasser unseres Planeten formen.
Hast du schon mal einen Regentropfen gekostet? Er schmeckt frisch, oder? Aber erstaunlicherweise beginnt die Reise des Meersalzes genau hier: beim Regen, der vom Himmel fällt.
Beim Fallen vermischt sich der Regen mit Kohlendioxid aus der Atmosphäre. Dabei entsteht eine extrem schwache Kohlensäure. Wenn dieser leicht saure Regen auf das Gestein von Bergen trifft, zersetzt er dieses ganz langsam durch chemische Verwitterung.
Dieser Prozess setzt winzige, elektrisch geladene Teilchen frei, die sogenannten Ionen. Es handelt sich dabei um Natrium und Chlorid – genau die zwei Zutaten, aus denen Kochsalz besteht!
Diese Ionen werden in Bäche und Flüsse gewaschen. Technisch gesehen sind Flüsse also ganz leicht salzig! Die Konzentration ist jedoch so gering, dass unsere Zunge sie nicht wahrnimmt. Flüsse fungieren wie riesige Förderbänder, die Millionen Tonnen Mineralien lautlos Richtung Ozean transportieren.
Kurz gesagt
Regen löst Mineralien aus Gesteinen, die dann als Ionen über Flüsse ins Meer gelangen.
Teste dein Wissen
Wie zersetzt Regenwasser Gestein zu Salz-Ionen?
Wenn Flüsse ständig Salz in Seen und Meere spülen, warum sind Seen dann süß, während das Meer wie ein Schluck Reue schmeckt? Das Geheimnis liegt im Abflusssystem.
Stell dir einen normalen See wie eine Badewanne vor, bei der sowohl der Wasserhahn läuft als auch der Abfluss offen ist. Flüsse fließen hinein, aber andere Flüsse fließen auch wieder *hinaus* und tragen das Wasser weiter zum Meer. Dieser konstante Austausch verhindert, dass sich Mineralien oder Salze anreichern.
Der Ozean hingegen ist eine gewaltige Sackgasse. Er liegt an den tiefsten Punkten der Erde. Wasser fließt zwar hinein, findet aber keinen Weg mehr hinaus.
Die einzige Möglichkeit für Wasser, dem Ozean zu entkommen, ist die Verdunstung. Wenn die Sonne das Meer erwärmt, wird flüssiges Wasser zu Dampf und steigt auf. Die schweren Salz-Ionen bleiben jedoch zurück. Über Jahrmillionen stieg die Salzkonzentration so immer weiter an!
Kurz gesagt
Meere sind Sackgassen: Wasser verdunstet, aber das Salz bleibt zurück und reichert sich an.
Teste dein Wissen
Warum reichert sich in normalen Seen meist kein Salz an?
Das Festland ist nicht die einzige Quelle für die Würze der Meere. Eine enorme Menge Salz stammt direkt aus dem Inneren der Erde und sprudelt aus der Erdkruste empor!
Ende der 1970er Jahre machten Wissenschaftler am Meeresgrund eine verblüffende Entdeckung: hydrothermale Quellen. Dies sind im Grunde Unterwasser-Geysire, die sich entlang der tiefen Gebirgsketten des Meeresbodens befinden.
Meerwasser sickert in Spalten des Bodens ein und wird dort durch Magma aus dem Erdmantel extrem erhitzt. Diese Hitze löst eine chemische Reaktion aus. Das Wasser entzieht der Kruste direkt Mineralien und Metalle wie Eisen, Zink und eben Salz.
Das kochend heiße, mineralreiche Wasser schießt dann durch schornsteinartige Öffnungen zurück in den Ozean. Zusammen mit Unterwasservulkanen pumpen diese Quellen seit der Jugendzeit unserer Erde ununterbrochen Salz in die Weltmeere.
Kurz gesagt
Hydrothermale Quellen und Unterwasservulkane geben Mineralien direkt aus der Erdkruste ins Meer ab.
Teste dein Wissen
Was ist eine hydrothermale Quelle?
Wir wissen nun, dass Seen normalerweise süß sind, weil sie Abflüsse haben. Doch in der Natur gibt es immer faszinierende Ausnahmen von der Regel.
Hast du schon vom Toten Meer oder dem Großen Salzsee gehört? Diese Gewässer sind tatsächlich *salziger* als der Ozean! Das Tote Meer ist so gesättigt mit Mineralien, dass Menschen darin mühelos wie Korken an der Oberfläche treiben.
Solche besonderen Seen nennt man endorheische Becken. Das ist ein Fachbegriff für ein abgeschlossenes Becken ohne Abfluss. Genau wie der Ozean liegen sie in tiefen Senken. Wasser fließt hinein, hat aber absolut keine Möglichkeit, wieder abzufließen.
Da das Wasser nirgendwohin kann, bleibt es liegen, bis es unter der heißen Sonne verdunstet. Zurück bleiben alle gelösten Mineralien. Über Jahrtausende schießt die Salzkonzentration so in schwindelerregende Höhen.
Kurz gesagt
Manche Seen sind extrem salzig, weil sie – genau wie Ozeane – keinen natürlichen Abfluss besitzen.
Teste dein Wissen
Was charakterisiert ein endorheisches Becken?
Wenn Flüsse und Vulkane rund um die Uhr Salz ins Meer pumpen, fragst du dich vielleicht: Wird der Ozean irgendwann zu einem soliden Salzblock erstarren?
Überraschenderweise lautet die Antwort: Nein! Der Salzgehalt der Ozeane ist seit Hunderten von Millionen Jahren relativ stabil – Wissenschaftler nennen dies einen Fließgleichgewichtszustand.
Wie ist das möglich? Genauso wie dem Ozean ständig Salz zugeführt wird, wird es ihm auch kontinuierlich wieder entzogen.
Ein Teil der gelösten Salze reagiert mit Vulkangestein am Meeresboden und bildet neue Mineralien. Zudem nutzen Milliarden von Meereslebewesen diese Ionen, um ihre Schalen und Skelette aufzubauen. Wenn sie sterben, sinken sie zum Grund und schließen die Mineralien dort für immer ein. Es ist ein perfektes, weltweites Ballett der Natur!
Kurz gesagt
Der Salzgehalt bleibt stabil, da Meereslebewesen und chemische Prozesse Salz binden und entfernen.
Teste dein Wissen
Warum wird der Ozean mit der Zeit nicht immer salziger?
Track your progress, earn XP, and compete on leaderboards. Download NerdSip to start learning.