Wussten Sie, dass Japan aus Salzwassertropfen entstand?
Prompted by Ein NerdSip-Lerner
Die göttliche Entstehungsgeschichte, wie Japan aus dem Ozean emporgehoben wurde.
Bevor unsere Welt Gestalt annahm, war das Universum eine formlose, chaotische Masse. In der japanischen Mythologie gleicht dieser Urzustand einer dunklen Suppe, in der Himmel und Erde noch eins waren. Aus diesem Wirbel stiegen schließlich die reinsten Elemente empor und bildeten die „Hohe Himmelsebene“, Takamagahara.
In diesem himmlischen Reich erschienen die ersten Göttergenerationen als unsichtbare Urkräfte. Sie blieben weitgehend passiv, bis die siebte Generation auftrat: Das Geschwisterpaar Izanagi („Der Einladende“) und Izanami („Die Einladende“). Sie erhielten den göttlichen Auftrag, die treibende Welt unter ihnen zu festigen.
Als Werkzeug für diese monumentale Aufgabe überreichten die Urgötter ihnen eine prachtvolle Waffe: Ame-no-nuboko, den himmlischen Juwelenspeer. Mit edlen Steinen besetzt, sollte er das Instrument werden, das die Welt aus dem Nichts formt und Ordnung in das Urchaos bringt.
Kurz gesagt
Der Schöpfungsmythos beginnt mit der Trennung von Himmel und Chaos sowie dem Auftrag an Izanagi und Izanami.
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Wie hieß die „Hohe Himmelsebene“, auf der die ersten Götter residierten?
Auf der schwebenden Himmelsbrücke stehend, blickten Izanagi und Izanami auf die wirbelnde Ursuppe hinab. Sie tauchten den juwelenbesetzten Speer in den Ozean und rührten das Wasser, bis es zu gerinnen begann. Diese Tat symbolisiert den ersten Versuch, der flüssigen Unendlichkeit des Universums eine physische Form zu geben.
Als sie den Speer wieder emporhoben, fielen salzige Wassertropfen von seiner Spitze herab. Sobald diese die Meeresoberfläche berührten, erstarrten sie und formten die allererste Insel namens Onogoro-shima – die „Insel, die von selbst gerann“. Dieser winzige Punkt im Ozean war das Fundament für alles Kommende.
Das Götterpaar stieg vom Himmel herab, um auf dieser neuen Insel zu leben. Dort errichteten sie einen prachtvollen Palast und in dessen Zentrum den „Himmlischen Himmelspfeiler“. Dieser Pfeiler war mehr als nur Architektur; er war eine heilige Achse, die die neugeborene Erde fest mit dem fernen Himmel verband.
Kurz gesagt
Die erste Insel Onogoro entstand aus Salzwassertropfen eines göttlichen Speers und diente als Basis für die weitere Schöpfung.
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Wie entstand die Insel Onogoro-shima?
Um mit der Schöpfung fortzufahren, erdachten Izanagi und Izanami ein Hochzeitsritual. Sie vereinbarten, den heiligen Himmelspfeiler in entgegengesetzte Richtungen zu umrunden. Wenn sie sich auf der anderen Seite träfen, wollten sie einander begrüßen und gemeinsam das Land erschaffen.
Doch es kam zu einem folgenschweren Protokollfehler. Als sie aufeinandertrafen, ergriff Izanami als Frau zuerst das Wort und pries die Schönheit ihres Gegenübers. Izanagi antwortete zwar, verspürte jedoch Unbehagen. Dennoch vollzogen sie ihre Vereinigung, was in einer Katastrophe endete: Ihr erstes Kind, Hiruko, war schwächlich und knochenlos.
Tief erschüttert setzten sie das „Blutegelkind“ in ein Schilfboot und ließen es davontreiben. Die Urgötter erklärten ihnen später, dass das Ritual gescheitert sei, weil die Frau zuerst gesprochen hatte. Um erfolgreich zu sein, müssten sie es erneut versuchen – diesmal mit der Begrüßung durch den Mann.
Kurz gesagt
Der erste Schöpfungsversuch scheiterte, da das Götterpaar die damals vorgeschriebene rituelle Hierarchie missachtete.
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Warum führte der erste Schöpfungsversuch zur Geburt des „Blutegelkindes“?
Nachdem sie ihren Fehler korrigiert hatten, kehrte das Paar zum Pfeiler zurück. Dieses Mal ergriff Izanagi bei ihrer Begegnung zuerst das Wort. Das Ritual war nun erfolgreich und führte zur Geburt einer Reihe von Inseln, die den Kern des japanischen Archipels bilden sollten. Dieser Prozess wird „Kuniumi“ genannt.
Zuerst gebar Izanami die Insel Awaji, gefolgt von der viergesichtigen Insel Shikoku sowie Oki, Kyushu und Iki. Schließlich entstand die größte Insel, Honshu. Zusammen werden diese Hauptinseln in antiken Texten oft als die „Großen Acht Inseln“ (Oyashima) bezeichnet, die das Herzreich Japans formten.
Dieser Mythos verdeutlicht, warum das japanische Archipel als einzigartig göttlich gilt: Es wurde nicht einfach von Göttern „gebaut“, sondern buchstäblich von ihnen geboren. Jede Insel wurde als lebendiges Wesen mit eigenem Geist und Charakter angesehen, untrennbar verbunden mit dem göttlichen Ursprung.
Kurz gesagt
Die acht Hauptinseln Japans entstanden erfolgreich, nachdem das Götterpaar sein Hochzeitsritual korrigiert hatte.
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Wie lautet der Sammelname für die von den Göttern geborenen Hauptinseln?
Nachdem das Land gefestigt war, wandten sich Izanagi und Izanami der Natur zu. Sie begannen mit „Kamiumi“, der Geburt der Götter, und bevölkerten die Inseln mit unzähligen Kami oder Geistern. Diese repräsentieren die Kräfte der Natur und sind bis heute zentral für das japanische Weltbild.
Sie schenkten den Gottheiten der Meere, Winde, Bäume und Berge das Leben. Jedem Felsen, jedem Bach und jeder Brise wurde ein göttlicher Ursprung zugeschrieben. Dieser fundamentale Glaube ist der Grund, warum der Shintoismus betont, dass das Göttliche in allen Dingen der Natur innewohnt.
Doch diese Ära der freudigen Schöpfung nahm eine dunkle Wendung. Das letzte Kind, das Izanami gebar, war Kagutsuchi, der Gott des Feuers. Bei der Geburt wurde Izanami durch die enorme Hitze ihres eigenen Kindes tödlich verbrannt. So hielt der Tod Einzug in die neugeschaffene Welt.
Kurz gesagt
Nach den Inseln erschufen sie die Naturgeister (Kami), doch die Geburt des Feuergottes führte zu Izanamis Tod.
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Welche Gottheit verursachte durch ihre Geburt den Tod von Izanami?
Von Trauer überwältigt, konnte Izanagi den Verlust seiner geliebten Izanami nicht akzeptieren. Er beschloss, nach Yomi-no-kuni zu reisen, in das schattenhafte Land der Toten, um sie zurückzuholen. Als er ankam, waren die Tore finster und die Luft war schwer vom Geruch des Verfalls.
Er fand Izanami in der Dunkelheit. Sie erklärte ihm, dass er zu spät gekommen sei, da sie bereits von der Speise der Unterwelt gegessen habe. Dennoch versprach sie, die Götter der Toten um Erlaubnis zur Rückkehr zu bitten – unter der Bedingung, dass er sie dabei nicht ansieht.
Doch die Ungeduld siegte über Izanagi. Er brach einen Zahn von seinem Kamm ab und entzündete ihn als Fackel. Zu seinem Entsetzen sah er, dass Izanami kein schönes Wesen mehr war, sondern ein verwesender Leichnam voller Maden. Voller Grauen floh Izanagi, verfolgt von der zornigen und gedemütigten Izanami.
Kurz gesagt
Izanagis Rettungsversuch scheiterte, als er sein Versprechen brach und den verwesenden Körper seiner Frau im Totenreich erblickte.
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Wie heißt das japanische Totenreich?
Izanagi entkam knapp aus Yomi und verschloss den Eingang mit einem gewaltigen Felsbrocken, wodurch die Welten für immer getrennt wurden. Da er sich durch den Kontakt mit dem Tod „unrein“ fühlte, suchte er einen Fluss auf, um ein Reinigungsritual (Misogi) zu vollziehen.
Während er sich wusch, wurden aus seinen abgelegten Kleidern und dem Wasser neue Gottheiten geboren. Das bedeutendste Ereignis geschah, als er sein Gesicht wusch: Die drei „Edlen Kinder“ entstanden. Amaterasu (die Sonnengöttin) aus seinem linken Auge, Tsukuyomi (der Mondgott) aus seinem rechten und Susanoo (der Sturmgott) aus seiner Nase.
Izanagi vermachte Amaterasu den Himmel und erhob sie zur höchsten Gottheit sowie zur legendären Urahnin des japanischen Kaiserhauses. Damit endet der Mythos mit der Etablierung des Zyklus von Leben und Tod und einer göttlichen Ordnung, die Japan bis heute prägt.
Kurz gesagt
Das Reinigungsritual nach Izanagis Flucht führte zur Geburt der Sonnengöttin Amaterasu sowie des Mond- und Sturmgottes.
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Welche wichtige Gottheit entstand bei der Reinigung aus Izanagis linkem Auge?
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