Wie roch, klang und wirkte das London des Mittelalters wirklich?
Prompted by Ein NerdSip-Lerner
Tauche ein in die raue, pulsierende Realität Londons um das Jahr 1400.
Stellen Sie sich das London des Jahres 1400 vor: Etwa 50.000 Menschen drängen sich innerhalb der alten römischen Stadtmauern. Das Erste, was Ihnen auffällt, sind nicht etwa glänzende Ritterrüstungen, sondern der alles durchdringende Gestank.
Ohne Kanalisation floss der Unrat in offenen Rinnen mitten durch die engen Gassen direkt in die Themse. Schweine und Hunde streunten frei umher und suchten im Schlamm nach Essensresten.
Über Ihnen ist der Himmel kaum zu sehen. Da Bauland extrem teuer war, nutzte man das sogenannte „Jettying“: Jedes Stockwerk eines Fachwerkhauses ragte weiter über die Straße hinaus als das darunterliegende. Im dritten Stock berührten sich die Häuser fast, was die Gassen in dunkle Tunnel verwandelte.
In den Häusern war die Luft kaum besser. Familien lebten meist in einem einzigen Raum mit offener Feuerstelle. Ohne Schornsteine zog der Rauch nach oben und überzog Balken, Kleidung und Lungen der Londoner mit einer permanenten Schicht aus schwarzem Ruß.
Kurz gesagt
Das mittelalterliche London war eng bebaut; überhängende Häuser schluckten das Licht und hielten Rauch und Gerüche fest.
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Warum waren Londons Straßen im Jahr 1400 selbst tagsüber so dunkel?
Während die Straßen schlammig und verstopft waren, fungierte die Themse als prachtvolle Autobahn des Mittelalters. Wohlhabende Bürger mieden die Gassen und ließen sich stattdessen von Fährleuten in kleinen Booten, den sogenannten „Wherries“, den Fluss auf und ab rudern.
Das wahre Wunder der Stadt war jedoch die „Old London Bridge“. Anders als heutige Brücken war sie die einzige Verbindung über die Themse und ein ganzes Stadtviertel, das über dem Wasser schwebte.
Auf 19 massiven Steinbögen drängten sich mehrstöckige Fachwerkhäuser, Läden und sogar Kapellen. Die Pfeiler waren so dick, dass sie wie ein Damm wirkten. Die Gezeiten pressten das Wasser mit solcher Wucht durch die Lücken, dass es wie ein gefährlicher Wasserfall toste.
Die Überquerung war ein Rausch für die Sinne: das ohrenbetäubende Rauschen des Wassers, das Geschrei der Händler und das Klappern der Karren. In Stoßzeiten konnte es über eine Stunde dauern, diesen winzigen, lärmenden Mikrokosmos zu passieren.
Kurz gesagt
Die Themse war Londons Hauptverkehrsweg, und die Old London Bridge war ein massives, bewohntes Bauwerk voller Häuser und Läden.
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Wie reisten wohlhabende Bürger meist, um dem Schlamm der Straßen zu entgehen?
Das Jahr 1400 war ein Wendepunkt der englischen Kultur. Im Oktober verstarb Geoffrey Chaucer, der heute oft als „Vater der englischen Literatur“ bezeichnet wird.
In einer Zeit, in der Latein und Französisch das Recht und den Hof dominierten, schrieb Chaucer sein Meisterwerk „The Canterbury Tales“ auf Mittelenglisch. Er bewies, dass die Alltagssprache der Londoner Straßen reich genug für große Poesie war. Er wurde in der Westminster Abbey beigesetzt – als erster Bewohner der berühmten „Poets’ Corner“.
Gleichzeitig verschob sich die politische Macht. Unter König Heinrich IV. übernahmen zunehmend reiche Kaufleute das Ruder in der Stadt.
Ein Beispiel ist Richard „Dick“ Whittington. Lange bevor er zur Märchenfigur wurde, war der echte Whittington ein erfolgreicher Tuchhändler. Er diente mehrfach als Bürgermeister von London und nutzte sein Vermögen für öffentliche Bauten – ein Beweis dafür, dass im Jahr 1400 der Handel der wahre neue König der Stadt war.
Kurz gesagt
1400 starb Geoffrey Chaucer, der die englische Sprache literaturfähig machte, während reiche Kaufleute politisch an Einfluss gewannen.
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Warum ist Geoffrey Chaucers Werk historisch so bedeutend für London und England?
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