Stillleben mit Tannenzweig im Kerzenschein, gläsernen Christbaumkugeln, einem Holzrentier und einem aufgeschlagenen alten Buch auf dunklem Holz
KI-generierte Illustration
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50 Fakten über Weihnachten, geprüft statt abgeschrieben

26. September 2026 • von Max H. & Philip S., NerdSip Research Team

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Zusammenfassung
Kurz erklärt: Fünfzig Fakten über Weihnachten, geprüft statt abgeschrieben. Warum Weihnachten am 25. Dezember ist, hat niemand aufgeschrieben: Eine Theorie verweist auf ein römisches Sonnenfest, die andere auf eine frühchristliche Rechnung vom Datum der Kreuzigung aus. Das Christkind war eine protestantische Idee. Der erste Adventskranz hatte 24 Kerzen. Luther hat den Lichterbaum nicht erfunden, Coca-Cola nicht den roten Weihnachtsmann. Und die Weihnachtsgurke ist ein amerikanischer Brauch.
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Kurz erklärt: Fünfzig Fakten über Weihnachten, geprüft statt abgeschrieben. Christen feiern die Geburt Jesu, aber warum ausgerechnet am 25. Dezember, hat damals niemand aufgeschrieben: Es gibt eine Sonnen-Theorie und eine Rechen-Theorie, und beide sind ernst zu nehmen. Das Christkind war eine protestantische Idee und bringt die Geschenke heute vor allem im katholischen Süden. Der Adventskranz hatte ursprünglich 24 Kerzen. Coca-Cola hat den roten Weihnachtsmann nicht erfunden. Und die Weihnachtsgurke kennen 91 Prozent der Deutschen gar nicht.

Die meisten Weihnachtsfakten-Listen schreiben voneinander ab, und so wandern dieselben hübschen Irrtümer jedes Jahr weiter. Diese Liste ist andersherum gebaut: Jeder Eintrag wurde an einer Historikerin, einem Museum, einem Archiv oder einer Fachstudie geprüft, und wo die Behauptung nicht offensichtlich ist, steht die Quelle direkt im Text. Wo die bekannte Version falsch ist, ist die Korrektur der Fakt.

Warum feiern wir Weihnachten?

Weil Christen an Weihnachten die Geburt Jesu feiern. Das Wort sagt es selbst: Weihnachten kommt vom mittelhochdeutschen ze den wīhen nahten, in den heiligen Nächten, und ist laut DWDS seit etwa 1170 belegt.

So alt wie das Christentum ist das Fest allerdings nicht. Das wichtigste Fest der frühen Kirche war Ostern, und ein Geburtsfest am 25. Dezember taucht erst im 4. Jahrhundert in Rom auf. Das Weihnachten, das wir heute kennen, mit Baum, Geschenken und Familie im Wohnzimmer, ist noch viel jünger: Es setzte sich im 19. Jahrhundert im Bürgertum durch, und ein großer Teil davon wurde in Deutschland erfunden. Deshalb stehen in dieser Liste so viele deutsche Fakten.

Der Ursprung von Weihnachten: Warum am 25. Dezember?

Die Bibel nennt kein Datum für die Geburt Jesu. Das älteste Zeugnis für ein Weihnachtsfest am 25. Dezember ist ein römischer Kalender, der sogenannte Chronograph von 354, und er verweist zurück auf das Jahr 336. Warum die Kirche diesen Tag wählte, hat niemand aufgeschrieben. Die Forschung kennt zwei Erklärungen, beide mit Belegen, keine bewiesen.

Die Sonnen-Theorie. Kaiser Aurelian weihte 274 einen Tempel für Sol Invictus, die unbesiegte Sonne, und derselbe Kalender von 354 verzeichnet am 25. Dezember den Geburtstag des Unbesiegten. Demnach legte die Kirche die Geburt Christi, den Christen ohnehin das Licht der Welt nannten, auf ein römisches Fest kurz nach der Wintersonnenwende. Das Problem: Kein antiker christlicher Autor sagt das. Der erste bekannte Hinweis, das Datum sei gewählt worden, um ein heidnisches Fest zu ersetzen, ist eine Randnotiz in einer Handschrift aus dem 12. Jahrhundert. Und an welchem Tag Aurelians eigenes Fest lag, überliefert keine Quelle. Die Saturnalien, der andere übliche Verdächtige, dauerten vom 17. bis zum 23. Dezember und waren vorbei, bevor Weihnachten begann.

Die Rechen-Theorie. Den frühen Christen war das Datum der Kreuzigung sehr wichtig, und um das Jahr 200 errechnete der Kirchenschriftsteller Tertullian dafür den 25. März. Nach einer alten Vorstellung starb ein großer Prophet an dem Tag, an dem er empfangen worden war. Neun Monate nach dem 25. März liegt der 25. Dezember. Augustinus wiederholt diese Rechnung um 400. Im Osten rechnete man vom 6. April aus und landete beim 6. Januar, weshalb die Armenische Apostolische Kirche Weihnachten bis heute am 6. Januar feiert. Der Historiker Andrew McGowan stellt beide Theorien in How December 25 Became Christmas gegenüber.

Die beiden Erklärungen schließen sich nicht aus. Ein errechnetes Datum konnte sich leicht schneller durchsetzen, weil es neben einem Winterfest lag, das die Menschen ohnehin feierten.

Warum bei uns Heiligabend der große Abend ist

In Großbritannien und den USA werden die Geschenke am Morgen des 25. Dezember ausgepackt, in Deutschland am Abend davor. Dafür gibt es zwei Gründe. Erstens beginnt ein Fest im Kirchenkalender schon am Vorabend, genau wie Halloween der Vorabend von Allerheiligen ist. Zweitens hat die Reformation die Bescherung verschoben: Martin Luther lehnte die Heiligenverehrung ab und beschenkte seine Familie ab 1531 im Namen des „Heiligen Christ“ statt des heiligen Nikolaus. Je weiter sich die Reformation ausbreitete, desto mehr wanderte die Bescherung vom 6. Dezember auf Weihnachten, schreibt die Evangelische Kirche in Deutschland.

Weihnachten in Deutschland

  1. Das Christkind war eine protestantische Idee. Heute bringt es die Geschenke vor allem im katholischen Süden und im Rheinland, während im protestantischen Norden der Weihnachtsmann kommt. Die Rollen haben sich also einmal komplett vertauscht.
  2. Ob Luther das Christkind erfunden hat, ist umstritten. Er erwähnt Christkind und Nikolaus selbst noch nebeneinander. Sicher ist nur, dass seine Ablehnung der Heiligen dem Nikolaus die Bescherung abgenommen hat.
  3. Heiligabend ist kein gesetzlicher Feiertag. Rechtlich ist der 24. Dezember ein normaler Werktag. Die Ladenöffnungsregeln verlangen aber, dass die meisten Geschäfte spätestens um 14 Uhr schließen, und zwar in allen sechzehn Bundesländern.
  4. Die Nikolausstiefel gehen auf eine Mitgift zurück. Der Legende nach warf Bischof Nikolaus heimlich Gold in das Haus eines armen Mannes, damit dessen drei Töchter heiraten konnten. Daraus wurden die Stiefel, die Kinder am Abend des 5. Dezember vor die Tür stellen. Die ganze Geschichte steht in Nikolaus: Geschichte und Legende.
  5. „Morgen kommt der Weihnachtsmann“ hat dieselbe Melodie wie „Twinkle, Twinkle, Little Star“. Hoffmann von Fallersleben, der auch das Deutschlandlied schrieb, dichtete den Text 1835 auf das französische Volkslied „Ah! vous dirai-je, maman“.
  6. Der erste Adventskranz hatte 24 Kerzen. Der Hamburger Theologe Johann Hinrich Wichern baute ihn 1839 im Rauhen Haus auf einem Wagenrad, für die Jungen, die dort lebten: vier große weiße Kerzen für die Sonntage, kleine rote für die Werktage. Tannengrün kam erst ab 1860 dazu, wie das Museum für Hamburgische Geschichte erzählt. Mehr zur Adventszeit steht in Advent: Bedeutung und Bräuche.
  7. Den ersten gedruckten Adventskalender erfand ein Münchner Verleger. Gerhard Lang übertrug Anfang des 20. Jahrhunderts eine Idee seiner Mutter in den Druck: Sie hatte ihm 24 kleine Wibele, ein schwäbisches Gebäck, auf einen Karton genäht. Sein Kalender hatte Bilder zum Ausschneiden und Aufkleben, einen für jeden Tag, so das Institut für angewandte Kindermedienforschung.
  8. „Stille Nacht“ ist österreichisch. Joseph Mohr schrieb den Text, Franz Xaver Gruber die Musik, und am 24. Dezember 1818 erklang das Lied zum ersten Mal in der Nikolauskirche in Oberndorf bei Salzburg, mit Mohr an der Gitarre, berichtet die Stille Nacht Gesellschaft.
  9. Die Maus in der Orgel ist eine Legende. Oft heißt es, eine Maus habe den Blasebalg zerfressen, deshalb die Gitarre. Dafür gibt es keinen Beleg. Das Lied war schlicht für Gesang und Gitarre geschrieben.
  10. „Stille Nacht“ ist Kulturerbe. Seit 2011 steht das Lied im österreichischen Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes der UNESCO. Übersetzt wurde es in Hunderte Sprachen und Dialekte.
  11. Der Stollen ist fast 700 Jahre alt. Schon 1329 ist in Naumburg ein Christstollen als Weihnachtsgabe für den Bischof belegt. Der berühmte Dresdner Stollen taucht erst gut 150 Jahre später in den Quellen auf.
  12. Butter im Stollen brauchte eine Erlaubnis aus Rom. In der Fastenzeit vor Weihnachten war Butter verboten, der frühe Stollen bestand aus Mehl, Wasser und Öl. 1491 erlaubte Papst Innozenz VIII. den sächsischen Fürsten die Butter, im sogenannten Butterbrief, wie katholisch.de erklärt.
  13. Der Dresdner Striezelmarkt begann als Fleischmarkt. Er ist seit 1434 belegt und gehört zu den ältesten Weihnachtsmärkten Deutschlands. Ursprünglich war er ein eintägiger Markt, auf dem sich die Dresdner mit Fleisch für die Feiertage eindeckten. Seinen Namen hat er vom Striezel, einem alten Wort für den Stollen.
  14. Das Weihnachtspostamt in Himmelpfort begann mit einer freundlichen Postbotin. 1984, noch in der DDR, beantwortete sie zwei Kinderbriefe an den Weihnachtsmann, statt sie zurückzuschicken. Heute kommen dort jedes Jahr Hunderttausende Wunschzettel an, laut Deutscher Post.

Tannenbaum, Kugeln und Kerzen

Immergrüne Zweige holten sich Menschen schon lange vor dem Christentum im Winter ins Haus. Der geschmückte Weihnachtsbaum ist aber jünger, als die meisten denken, und er ist ein deutscher Export.

  1. Ein Vorfahr des Christbaums stand auf der Bühne. In mittelalterlichen Paradiesspielen über Adam und Eva stellte eine mit Äpfeln behängte Tanne den Garten Eden dar. Adam und Eva hatten ihren Gedenktag am 24. Dezember.
  2. Tallinn und Riga streiten sich um den ersten Baum. Kaufmannsgilden stellten dort 1441 beziehungsweise 1510 Bäume für ihre Winterfeste auf, und beide Städte beanspruchen den Titel bis heute für sich.
  3. Die erste klare Beschreibung eines geschmückten Baums im Haus stammt aus Straßburg. Um 1605 notierte ein unbekannter Verfasser, man stelle dort zu Weihnachten Tannenbäume in die Stuben und behänge sie mit Rosen aus buntem Papier, Äpfeln, Oblaten, Flittergold und Zucker.
  4. Luther hat den Lichterbaum nicht erfunden. Die Geschichte, er habe auf dem Heimweg die Sterne zwischen den Tannen gesehen und daheim Kerzen an einen Baum gesteckt, ist eine Legende, für die es keinen Beleg gibt, schreibt der Religionshistoriker James Lancaster in The Conversation.
  5. Der Baum eroberte England über eine deutsche Königin. Charlotte, die deutsche Frau von Georg III., stellte 1800 in Windsor einen Baum auf, berichtet History Today. Richtig Mode wurde er, als die Illustrated London News 1848 Queen Victoria und Prinz Albert, einen Deutschen, an ihrem Baum zeigte.
  6. Die gläserne Christbaumkugel kommt aus Lauscha. Um 1847 begann ein Glasbläser im Thüringer Wald, Früchte und Nüsse aus Glas zu blasen, weil echte zu teuer waren. Um 1880 entdeckte die amerikanische Kette Woolworth die Ware, und die Kugeln wurden ein Exportschlager, schreibt die Stadt Lauscha.
  7. Die ersten künstlichen Bäume waren aus Gänsefedern. Im 19. Jahrhundert färbten Deutsche Gänsefedern grün und banden sie an Drahtäste, auch aus Sorge darüber, wie viele echte Bäume gefällt wurden.
  8. „O Tannenbaum“ war ursprünglich ein Lied über Untreue. August Zarnack stellte 1819 die treue Tanne einer untreuen Geliebten gegenüber. Erst Ernst Anschütz machte 1824 daraus das Weihnachtslied, das wir singen, erklärt das Liederlexikon der Universität Freiburg.
  9. Die Ukraine schmückt Bäume mit Spinnen. Kleine Anhänger namens Pawutschky erinnern an ein Märchen, in dem eine Spinne den Baum einer armen Familie mit Netzen schmückte, die sich in Silber und Gold verwandelten. Manche erzählen es als Ursprung des Lamettas.

Nikolaus, Weihnachtsmann und Rentiere

Der Weihnachtsmann ist über rund 1.500 Jahre zusammengesetzt worden: aus einem Bischof, einem niederländischen Spitznamen, einer amerikanischen Satire, einem Gedicht und einem Zeichner aus der Pfalz. Der Bischof ist Nikolaus von Myra, der im 4. Jahrhundert in der heutigen Türkei lebte. Niederländische Siedler brachten Sinterklaas nach New York, Washington Irving ließ ihn 1809 in einer Satire über die Baumwipfel fliegen, und ein anonymes Gedicht gab ihm 1823 Schlitten, acht Rentiere und den Kamin.

  1. Den modernen Weihnachtsmann zeichnete ein Pfälzer. Thomas Nast wurde 1840 in Landau geboren und wanderte als Kind nach New York aus. Zwischen 1863 und 1886 zeichnete er den Weihnachtsmann 33 Mal für Harper's Weekly und machte aus dem Elfen des Gedichts die rundliche, bärtige Figur, die alle kennen.
  2. Sein erster Auftritt war Kriegspropaganda. In Nasts „Santa Claus in Camp“ vom 3. Januar 1863 trägt der Weihnachtsmann Sterne und Streifen, beschenkt Soldaten der Union und hält eine Puppe mit der Aufschrift Jeff hoch, gemeint ist Konföderierten-Präsident Jefferson Davis, beschreibt Smithsonian.
  3. Coca-Cola hat den roten Weihnachtsmann nicht erfunden. Die Zeitschrift Puck zeigte ihn Anfang der 1900er in Rot und Weiß auf dem Titel, und die Firma White Rock warb schon 1915 und 1923 mit einem rot gekleideten Weihnachtsmann. Coca-Cola hat das Bild ab 1931 populär gemacht, nicht erschaffen, wie Snopes belegt.
  4. Donner und Blitzen hießen zuerst Dunder und Blixem. Das Gedicht von 1823 benutzte niederländische Wörter für Donner und Blitz. Erst in späteren Fassungen wurden daraus Donder und Blitzen, und so tragen zwei amerikanische Rentiere heute fast deutsche Namen.
  5. Die Gebeine des Nikolaus wurden gestohlen. 1087 brachten Seeleute aus Bari seine Überreste gegen den Willen der Mönche aus Myra nach Süditalien, wo sie bis heute in der Basilika San Nicola liegen, so das St. Nicholas Center.
  6. Die Rentiere des Weihnachtsmanns sind vermutlich weiblich. Rentiere sind die einzigen Hirsche, bei denen auch die Weibchen Geweihe tragen. Die Männchen werfen ihres im Spätherbst ab, die Weibchen behalten es über den Winter. Ein Rentier mit Geweih an Heiligabend ist also sehr wahrscheinlich ein Weibchen, erklärt Britannica.
  7. Rentieraugen wechseln die Farbe. Die reflektierende Schicht hinter der Netzhaut ist im Sommer golden und im Winter tiefblau, was im monatelangen Dämmerlicht beim Sehen hilft. Forschende des University College London beschrieben 2013 erstmals einen solchen Farbwechsel bei einem Säugetier.
  8. Rentiere sehen ultraviolettes Licht. Schnee reflektiert UV, Flechten, ihr Winterfutter, schlucken es. Für ein Rentier heben sich die Flechten deshalb dunkel vom Weiß ab, zeigte eine Studie von 2011 im Journal of Experimental Biology.
  9. Über Rudolphs rote Nase gibt es eine Fachstudie. In der Weihnachtsausgabe 2012 des British Medical Journal zeigten Forschende, dass die Blutgefäße in der Nase eines Rentiers rund 25 Prozent dichter liegen als beim Menschen, was die Nase vor dem Erfrieren schützt. Der Titel der Studie: Why Rudolph's nose is red.

Fakten aus der Geschichte

  1. Die Bibel nennt kein Datum. Matthäus und Lukas erzählen von der Geburt, aber keiner nennt einen Tag oder auch nur eine Jahreszeit. Um 200 listete Clemens von Alexandria die Daten auf, die Christen damals vorschlugen. Sie lagen im April und Mai, der Dezember war nicht dabei.
  2. Die Heiligen Drei Könige waren weder drei noch Könige. Matthäus spricht von Sterndeutern aus dem Osten, den Magiern, und nennt keine Zahl. Die Drei kommt von den drei Geschenken Gold, Weihrauch und Myrrhe. Manche östlichen Traditionen zählen zwölf Magier.
  3. Ihre Gebeine liegen der Überlieferung nach in Köln. 1164 brachte Erzbischof Rainald von Dassel die Reliquien, die Friedrich Barbarossa ihm nach der Eroberung Mailands geschenkt hatte, nach Köln. Für sie entstand der goldene Dreikönigenschrein, erzählt der Kölner Dom.
  4. Karl der Große wurde am Weihnachtstag Kaiser. Papst Leo III. krönte ihn am 25. Dezember 800 im Petersdom in Rom.
  5. Wilhelm der Eroberer ebenfalls, und seine Krönung endete im Feuer. Er wurde am Weihnachtstag 1066 in Westminster Abbey zum König von England gekrönt. Als die Gemeinde ihm zujubelte, hielten normannische Wachen draußen das für einen Angriff und zündeten Häuser in der Nähe an, berichtet English Heritage.
  6. Das X in Xmas ist ein griechischer Buchstabe. Es ist das Chi, der Anfangsbuchstabe von Christos. Schreiber kürzten Christus schon im Mittelalter so ab, und Merriam-Webster datiert die Schreibung Xmas auf 1721. Mit Kommerz hat das nichts zu tun.
  7. In Schottland war der Weihnachtstag bis 1958 kein Feiertag. Die reformierte Kirche schaffte das Fest im 16. Jahrhundert samt den Heiligentagen ab, und Hogmanay, das Neujahrsfest, wurde zum großen Winterfest, wie Historic Environment Scotland zeigt.
  8. Die Weihnachtsinsel ist nach einem Datum benannt. Kapitän William Mynors von der Royal Mary segelte am Weihnachtstag 1643 an ihr vorbei und benannte sie nach dem Tag, schreibt das Hakai Magazine.
  9. Die erste gedruckte Weihnachtskarte war ein Skandal. Henry Coles Karte von 1843 zeigte eine Familie, die mit Wein anstößt, ein kleines Kind eingeschlossen, und die Abstinenzbewegung war empört, berichtet Smithsonian.
  10. Der Weihnachtsfrieden 1914 begann mit „Stille Nacht“. An mehreren Stellen der Westfront sangen deutsche Soldaten das Lied in ihren Gräben, und britische Soldaten antworteten mit eigenen Liedern, wie The Conversation nachzeichnet.

Irrtümer, die sich halten

  1. Die Weihnachtsgurke ist kein deutscher Brauch. In den USA gilt die im Baum versteckte Glasgurke als alte deutsche Tradition. In einer YouGov-Umfrage von 2016 unter 2.057 Deutschen hatten 91 Prozent noch nie davon gehört.
  2. An Weihnachten steigt die Zahl der Suizide nicht. Laut US-Gesundheitsbehörde CDC liegen November, Dezember und Januar meist sogar bei den niedrigsten Tagesraten des Jahres, 2023 war der Dezember der niedrigste Monat überhaupt. Das Annenberg Public Policy Center verfolgt den Mythos in den Medien seit 1999. Wenn die Feiertage für dich trotzdem schwer sind: Die Telefonseelsorge ist rund um die Uhr unter 0800 111 0 111 erreichbar.
  3. „The Twelve Days of Christmas“ ist kein geheimer Katechismus. Die zwölf Weihnachtstage reichen vom 25. Dezember bis zum Vorabend des Dreikönigstags. Das englische Lied dazu erschien 1780 als Merk- und Pfänderspiel. Die Behauptung, verfolgte Katholiken hätten darin ihren Glauben verschlüsselt, kam in den 1990ern auf und ist durch nichts belegt, wie Snopes zeigt.
  4. „Jingle Bells“ erwähnt Weihnachten mit keinem Wort. Die Theaterhistorikerin Kyna Hamill fand heraus, dass die erste belegte Aufführung 1857 in einer Minstrel-Show in Boston stattfand. Für die beliebte Geschichte, das Lied sei für Thanksgiving geschrieben worden, gibt es keinen Beleg, berichtet NPR.

Kuriose Bräuche aus aller Welt

  1. Schweden baut einen riesigen Strohbock, den jemand immer wieder anzündet. Der erste Julbock von Gävle stand 1966 und brannte an Silvester. Seitdem wurde etwa die Hälfte aller Böcke zerstört, meist durch Brandstiftung, so Atlas Obscura.
  2. In katalanischen Krippen hockt ein Mann mit heruntergelassener Hose. Der Caganer, meist ein Bauer mit roter Mütze, verrichtet in einer Ecke der Krippe sein Geschäft. Moderne Figuren zeigen Politiker, Fußballer und Königshäuser.
  3. Island hat eine Weihnachtskatze, die Menschen frisst. Der Sage nach frisst die Julkatze jeden, der bis Weihnachten kein neues Kleidungsstück bekommen hat. Das sorgte dafür, dass die Wolle im Herbst rechtzeitig verarbeitet wurde, schreibt Smithsonian.
  4. Knallbonbons wurden erfunden, um Süßigkeiten zu verkaufen. Der Londoner Konditor Tom Smith übernahm 1847 die französische Sitte, Zuckermandeln in gedrehtes Papier zu wickeln, und fügte später den Knall hinzu, erklärt Historic England.

Woher diese Fakten stammen

Die Einträge zum Datum folgen Andrew McGowans Darstellung für die Biblical Archaeology Society, die Sonnen- und Rechen-Theorie nebeneinanderstellt. Die deutschen Bräuche stützen sich auf die Evangelische Kirche in Deutschland, katholisch.de, das Museum für Hamburgische Geschichte, die Stille Nacht Gesellschaft und die Stadt Lauscha. Die Rentier-Fakten stammen aus den Originalstudien oder von den Universitäten, die sie veröffentlicht haben. Kurze, geprüfte Kurse zu Themen wie diesem bauen wir auch in NerdSip, und diese Liste ist genauso entstanden.

Für den Quizabend stehen die Fragen im Weihnachtsquiz und im Weihnachtsfilme-Quiz schon bereit, die Weihnachtsrätsel funktionieren für alle Altersgruppen, und die Spiele für die Weihnachtsfeier füllen den Rest des Abends. Auf der Weihnachtsseite gibt es ein kostenloses interaktives Quiz und den Countdown bis Heiligabend. Und wer danach noch nicht genug hat: Mehr unnützes Wissen und Quizfragen nach Kategorien warten schon.

Häufig gestellte Fragen

Warum feiern wir Weihnachten?

Christen feiern an Weihnachten die Geburt Jesu. Das Wort bedeutet „in den heiligen Nächten“ und ist seit etwa 1170 belegt. Als Fest am 25. Dezember ist Weihnachten seit dem 4. Jahrhundert in Rom bezeugt. Das Familienfest mit Baum und Bescherung setzte sich erst im 19. Jahrhundert durch, und vieles davon stammt aus Deutschland.

Warum ist Weihnachten am 25. Dezember?

Den Grund hat damals niemand aufgeschrieben, deshalb gibt es zwei Theorien. Die eine sagt, die Kirche habe das Fest auf einen römischen Feiertag der unbesiegten Sonne gelegt. Die andere sagt, frühe Christen hätten Kreuzigung und Empfängnis Jesu auf den 25. März datiert, woraus sich neun Monate später der 25. Dezember ergibt. Das älteste Zeugnis ist ein römischer Kalender von 354, der auf das Jahr 336 zurückverweist.

Was sind lustige Fakten über Weihnachten?

Die Rentiere des Weihnachtsmanns sind vermutlich Weibchen, weil männliche Rentiere ihr Geweih im Spätherbst abwerfen. Der erste Adventskranz hatte 24 Kerzen und war ein Wagenrad. „Morgen kommt der Weihnachtsmann“ hat dieselbe Melodie wie „Twinkle, Twinkle, Little Star“. Und die Weihnachtsgurke, angeblich ein deutscher Brauch, kennen 91 Prozent der Deutschen nicht.

Wer hat das Christkind erfunden?

Das ist nicht sicher belegt. Fest steht, dass Martin Luther die Heiligenverehrung ablehnte und seine Familie ab 1531 im Namen des „Heiligen Christ“ beschenkte statt am Nikolaustag. Mit der Reformation wanderte die Bescherung auf Weihnachten. Ironischerweise bringt das Christkind heute vor allem im katholischen Süden die Geschenke, der Weihnachtsmann im protestantischen Norden.

Warum ist in Deutschland die Bescherung an Heiligabend?

Weil ein Fest im Kirchenkalender schon am Vorabend beginnt und weil die Reformation die Bescherung vom Nikolaustag am 6. Dezember auf Weihnachten verschoben hat. In Großbritannien und den USA werden die Geschenke dagegen am Morgen des 25. Dezember geöffnet.

Warum heißt es Xmas?

Das X ist der griechische Buchstabe Chi, der Anfangsbuchstabe von Christos, also Christus. Christen kürzten den Namen seit Jahrhunderten so ab, Merriam-Webster datiert die Schreibung Xmas auf 1721. Es ist eine alte christliche Abkürzung, kein Versuch, Christus aus Weihnachten zu streichen.

Hat Coca-Cola den Weihnachtsmann erfunden?

Nein. Der Weihnachtsmann trug schon Anfang der 1900er auf Titelbildern der Zeitschrift Puck Rot und Weiß, und die Firma White Rock warb 1915 und 1923 mit ihm. Die moderne Figur zeichnete ab 1863 der aus Landau stammende Thomas Nast. Coca-Cola machte das Bild ab 1931 berühmt, erfunden hat es die Firma nicht.

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Redaktionell verantwortlich: ai51 UG (haftungsbeschränkt). Der verantwortliche Redakteur ist im Impressum benannt.

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