Kurz erklärt: 100 Fragen für dein Weihnachtsquiz, jeweils mit Antwort und kurzer Begründung, in sieben Runden: leichte Fragen für Kinder, deutsche Bräuche, Weihnachtslieder, Weihnachtsfilme, Geschichte, Weihnachten in aller Welt samt Essen und eine schwere Runde für Erwachsene. Darunter der erste Adventskranz mit 24 Kerzen, ein Lied, das 37 Jahre auf Platz eins warten musste, und ein Bösewicht, der in der deutschen Fassung plötzlich Jack heißt.
Die meisten Weihnachtsquiz fragen zum hundertsten Mal nach den Namen der Rentiere. Hier geht es um das, was du jedes Jahr siehst und selten hinterfragst: warum ausgerechnet Martin Luther für das Christkind geworben hat, warum es beim Dreh von Aschenbrödel nach Fisch roch und was in einem Dresdner Stollen stecken muss, damit er so heißen darf. Manche Antworten sind lustig, manche ziemlich fies. Jede Runde wird nach hinten schwerer, du kannst also aufhören, sobald am Tisch das Stöhnen beginnt.
Die Fragen passen zum Familienabend nach dem Essen, zur Weihnachtsfeier, in den Unterricht oder als Dezemberrunde im Pub Quiz. Wer lieber klickt als vorliest, findet auf unserer Weihnachtsseite ein Quiz zum Mitspielen und den Countdown bis Heiligabend. Nur Filme? Dann nimm das Weihnachtsfilme-Quiz. Und wer lieber knobelt, findet Weihnachtsrätsel mit Lösungen.
So spielst du es: Nimm zwei oder drei Runden, nicht alle sieben. Runde eins funktioniert in jedem Alter, die Runden drei und vier sind die Publikumslieblinge, und Runde sieben ist für die Leute, die schon den ganzen Abend gewinnen.
Lieber spielen statt lesen? Die interaktive Fassung zieht zwanzig Fragen aus sechzig, zeigt dir deine schwächste Runde und erklärt jede Antwort. Sie steht auf unserer Weihnachtsseite, zusammen mit einem Countdown bis Heiligabend.
Runde eins: leichte Weihnachtsfragen für Kinder
Hier fangen gemischte Tische an. Meistens gewinnen die Kinder, und genau so soll es sein.
1. Wie viele Kerzen stehen auf einem Adventskranz?
Vier, eine für jeden Adventssonntag. Der allererste Adventskranz hatte allerdings viel mehr, dazu gleich in Runde zwei.
2. Wie viele Türchen hat ein Adventskalender normalerweise?
Vierundzwanzig, vom 1. Dezember bis Heiligabend.
3. Was stellen Kinder am Abend des 5. Dezember vor die Tür?
Ihre Stiefel oder Schuhe. Über Nacht füllt der Nikolaus sie mit Nüssen, Mandarinen und Schokolade.
4. Welches Rentier hat eine rote Nase?
Rudolph. Erfunden hat ihn 1939 Robert L. May, ein Werbetexter der amerikanischen Kaufhauskette Montgomery Ward, für ein Malheft, das an Kinder verschenkt wurde.
5. Wie viele Rentiere ziehen den Schlitten des Weihnachtsmanns, Rudolph mitgezählt?
Neun. Das Gedicht von 1823, das die Mannschaft berühmt machte, nennt acht. Rudolph kam erst 116 Jahre später dazu.
6. Wo wohnt der Weihnachtsmann?
Am Nordpol. Dorthin hat ihn im 19. Jahrhundert ein Zeichner verlegt, der aus der Pfalz stammte. Wer das war, steht in Runde fünf.
7. Wie heißt der Schneemann aus Die Eiskönigin?
Olaf. Er liebt warme Umarmungen, was für einen Schneemann ziemlich mutig ist.
8. Wie heißt der Hund des Grinch?
Max. Er muss ein einzelnes Geweih tragen und den Schlitten ziehen.
9. Wie viele Zacken hat eine Schneeflocke?
Sechs. Wasser gefriert in einem sechseckigen Gitter, deshalb hat jede natürliche Schneeflocke sechs Arme, so verschieden die Details auch sind.
10. Welche zwei Tiere stehen in fast jeder Krippe neben dem Jesuskind?
Ochse und Esel. In den Weihnachtsgeschichten der Bibel kommen die beiden gar nicht vor. Sie stammen aus einem Vers beim Propheten Jesaja, den man später auf die Krippe bezogen hat.
11. Was schenken die Heiligen Drei Könige dem Jesuskind?
Gold, Weihrauch und Myrrhe. Die Bibel spricht übrigens von Sterndeutern und nennt keine Zahl. Auf drei kam man wegen der drei Geschenke.
12. Und wie heißen die drei?
Caspar, Melchior und Balthasar. Die Namen tauchen erst Jahrhunderte nach der Bibel auf.
13. In welcher Stadt wurde Jesus laut Bibel geboren?
In Bethlehem, einer kleinen Stadt südlich von Jerusalem.
14. Welcher Baum steht in deutschen Wohnzimmern am häufigsten?
Die Nordmanntanne, mit rund 80 Prozent Marktanteil. Sie hat weiche Nadeln und verliert sie spät, was man von der Fichte nicht behaupten kann. In Deutschland werden jedes Jahr rund 25 Millionen Weihnachtsbäume verkauft.
Runde zwei: deutsche Weihnachtsbräuche
Die Runde, bei der alle glauben, sie wüssten es schon. Ein paar Antworten überraschen trotzdem.
15. Wer bringt in Bayern, Österreich und im Rheinland die Geschenke, und wer im Norden?
Im Süden und Westen meist das Christkind, im Norden und in Teilen der Mitte der Weihnachtsmann. Die Grenze ist unscharf und verschiebt sich, denn der Weihnachtsmann gewinnt über Werbung und Weihnachtsmärkte auch im Süden an Boden.
16. Wer hat das Christkind als Gabenbringer bekannt gemacht?
Ausgerechnet Martin Luther. Um 1535 warb er für den „Heiligen Christ“ als Ersatz für die Geschenke am Nikolaustag, weil er die Heiligenverehrung ablehnte. Heute halten viele das Christkind für eine katholische Figur.
17. Warum feiern wir den Nikolaus am 6. Dezember?
Es ist der Gedenktag des heiligen Nikolaus, eines Bischofs aus dem 4. Jahrhundert. Die Schuhe vor der Tür gehen auf eine Legende zurück: Er soll drei armen Schwestern nachts heimlich Gold durchs Fenster geworfen haben, damit sie heiraten konnten.
18. Wie heißt der dunkle Begleiter des Nikolaus in weiten Teilen Deutschlands?
Knecht Ruprecht, mit Rute und Sack. Theodor Storm hat ihm 1862 das Gedicht gewidmet, das mit „Von drauß' vom Walde komm ich her“ beginnt. In der Pfalz heißt die Figur Belzenickel, im Rheinland Hans Muff, in den Alpen Krampus.
19. Wer hat den Adventskranz erfunden?
Johann Hinrich Wichern, ein evangelischer Theologe, 1839 im Rauhen Haus in Hamburg, einem Heim für Kinder aus armen Familien. Der Kranz sollte ihnen zeigen, wie viele Tage es noch bis Weihnachten sind.
20. Wie viele Kerzen hatte der erste Adventskranz?
Vierundzwanzig, auf einem Wagenrad: vier große weiße für die Sonntage und zwanzig kleine rote für die Werktage. Er hing von der Decke des Betsaals.
21. Wer druckte den ersten Adventskalender?
Der Münchner Verleger Gerhard Lang, Anfang des 20. Jahrhunderts. Sein Kalender „Im Lande des Christkinds“ von 1903 hatte noch keine Türchen: Man schnitt jeden Tag ein Bild aus und klebte es auf einen zweiten Bogen.
22. Wann ist in Deutschland Bescherung?
An Heiligabend, meist am frühen Abend. In Großbritannien und den USA packt man die Geschenke erst am Morgen des 25. Dezember aus.
23. Ist Heiligabend in Deutschland ein gesetzlicher Feiertag?
Nein. Der 24. Dezember ist ein Werktag, die Geschäfte müssen nur ab 14 Uhr schließen. Gesetzliche Feiertage sind der 25. und der 26. Dezember.
24. Welcher ist der älteste Weihnachtsmarkt Deutschlands?
Das kommt auf die Zählweise an. Der Dresdner Striezelmarkt ist seit 1434 urkundlich belegt. Der Wenzelsmarkt in Bautzen wird schon 1384 in einer Chronik erwähnt. Das Rekord-Institut für Deutschland hat 2015 beiden einen Titel zugesprochen, jeweils mit anderem Kriterium.
25. Woher hat der Striezelmarkt seinen Namen?
Vom Stollen. Striezel war das mittelhochdeutsche Wort für das Hefegebäck, das in Dresden bis heute das Aushängeschild des Marktes ist.
26. Wer eröffnet den Nürnberger Christkindlesmarkt?
Das Nürnberger Christkind, mit einem Prolog von der Empore der Frauenkirche. Die Rolle übernimmt eine junge Frau aus Nürnberg, die alle zwei Jahre neu gewählt wird und mindestens 16 sein muss.
27. In welchem Ort entstanden die ersten gläsernen Christbaumkugeln?
In Lauscha in Thüringen. 1848 steht im Auftragsbuch eines Glasbläsers zum ersten Mal eine Bestellung über sechs Dutzend „Weihnachtskugeln“. Die rührende Geschichte, arme Familien hätten sich keine echten Äpfel leisten können, ist dagegen nicht belegt.
28. Aus welcher Region kommen Nussknacker, Räuchermännchen und Schwibbögen?
Aus dem Erzgebirge, vor allem aus Seiffen und Umgebung. Den Nussknacker in seiner heutigen Form, als bunt bemalten König, drechselte dort um 1870 Friedrich Wilhelm Füchtner.
29. Wie alt ist der älteste bekannte Schwibbogen?
Er stammt von 1740, aus Johanngeorgenstadt, und ist aus Metall. Die Jahreszahl entdeckte man erst 2003 unter einer jüngeren Farbschicht. Die beliebte Deutung als Eingang eines Bergwerksstollens ist übrigens nicht belegt: Die frühen Bögen zeigten Himmelstor und Paradies.
30. Was schneidet man am 4. Dezember, und warum?
Barbarazweige, am liebsten vom Kirschbaum. Stellt man sie am Barbaratag ins Wasser, blühen sie mit etwas Glück an Heiligabend, und das soll Glück für das neue Jahr bringen.
Runde drei: Weihnachtslieder
Die Lieder kennt jeder, die Geschichten dahinter kaum jemand. Wenn es hakt, lies die erste Zeile als Hinweis vor.
31. Wann und wo wurde „Stille Nacht“ zum ersten Mal gesungen?
An Heiligabend 1818 in der Kirche St. Nikola in Oberndorf bei Salzburg. Den Text hatte der junge Priester Joseph Mohr schon 1816 geschrieben, die Melodie stammt vom Lehrer und Organisten Franz Xaver Gruber.
32. Mit welchem Instrument wurde „Stille Nacht“ damals begleitet?
Mit einer Gitarre. Mohr spielte und sang die erste Stimme, Gruber die zweite. Die Geschichte von der kaputten Orgel ist eine Legende; wahrscheinlich passte die Orgel schlicht nicht zu einer Andacht an der Krippe.
33. In wie viele Sprachen wurde „Stille Nacht“ übersetzt?
In über 300 Sprachen und Dialekte. 2011 nahm die österreichische UNESCO-Kommission das Lied in das Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes auf.
34. Worum ging es ursprünglich in „O Tannenbaum“?
Um Liebeskummer. In der Fassung von August Zarnack aus dem Jahr 1819 ist der treue Tannenbaum das Gegenbild zu einer untreuen Geliebten. Erst Ernst Anschütz machte 1824 daraus das Weihnachtslied, das wir heute singen.
35. Welche politische Hymne teilt sich die Melodie mit „O Tannenbaum“?
The Red Flag, das Lied der britischen Arbeiterbewegung und der Labour Party. Die Melodie ist älter als beide Texte und geht auf ein Studentenlied zurück.
36. Wo schrieb Eduard Ebel „Leise rieselt der Schnee“?
In Graudenz an der Weichsel, 1895. Ebel war evangelischer Pfarrer, die Stadt heißt heute Grudziądz und liegt in Polen.
37. Wer schrieb „In der Weihnachtsbäckerei“, und wann erschien es?
Rolf Zuckowski, 1987, auf dem Album Winterkinder. Die Idee kam ihm im Dezember davor auf der Heimfahrt von einem Konzert, während zu Hause die Familie Plätzchen backte.
38. Welche Melodie hat „Morgen kommt der Weihnachtsmann“?
Die von Twinkle, Twinkle, Little Star. Ursprünglich ist es das französische Lied „Ah! vous dirai-je, maman“, über das Mozart zwölf Variationen schrieb. Den deutschen Text dichtete 1835 Hoffmann von Fallersleben, derselbe Mann, der später das Lied der Deutschen schrieb.
39. Aus welcher Sprache stammt „Fröhliche Weihnacht überall“?
Aus dem Englischen. Das Original heißt „Merry, merry Christmas“ und erschien 1870 bei einem Verlag in New York. Die früheste deutsche Fassung druckte 1880 Caroline Wichern, die älteste Tochter des Mannes, der den Adventskranz erfand.
40. Für wen schrieb Johannes Daniel Falk „O du fröhliche“?
Für die Waisenkinder in seinem Heim in Weimar. Falk hatte selbst vier Kinder an Typhus verloren. Ursprünglich besang das Lied drei Feste auf einmal: Weihnachten, Ostern und Pfingsten.
41. Wann stand „Last Christmas“ von Wham! zum ersten Mal auf Platz eins der deutschen Charts?
Am 24. Dezember 2021, 37 Jahre nach dem ersten Charteinstieg. 1984 war der Song nur bis auf Platz sieben gekommen. Seitdem kehrt er jedes Jahr zurück, und 2018 stellte er mit seiner 130. Chartwoche einen Rekord für die deutschen Singlecharts auf.
42. Welche Single hat sich weltweit am häufigsten verkauft?
White Christmas, gesungen von Bing Crosby. Guinness World Records schätzt rund 50 Millionen Exemplare. Geschrieben hat es Irving Berlin für den Film Holiday Inn von 1942.
43. Welches Lied wurde als erstes im Weltraum gespielt?
Jingle Bells. Am 16. Dezember 1965 spielten es die Gemini-6-Astronauten Wally Schirra und Tom Stafford auf einer eingeschmuggelten Mundharmonika, begleitet von ein paar Glöckchen.
44. Wo kam Chris Rea die Idee zu „Driving Home for Christmas“?
Im Stau. Kurz vor Weihnachten 1978 holte ihn seine Frau mit ihrem kleinen Mini in London ab, sie steckten im Verkehr fest, und er fing an zu singen. Veröffentlicht wurde der Song erst 1986 und wurde nur langsam zum Klassiker.
Runde vier: Weihnachtsfilme
Die Runde, die jeder gewinnen will. Die Klassiker laufen jedes Jahr, trotzdem sitzen die Details selten.
45. Welche zwei Länder drehten 1973 „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“?
Die Tschechoslowakei und die DDR, gedreht in den Studios Barrandov in Prag und in Babelsberg. Regie führte Václav Vorlíček. Im Advent zeigen den Film gleich mehrere dritte Programme der ARD, manchmal mehrmals am selben Tag.
46. In welchem deutschen Schloss wurde der Film gedreht?
In Schloss Moritzburg bei Dresden. Seit dem Winter 2009 zeigt das Schloss jedes Jahr eine Ausstellung zum Film.
47. Womit wurde beim Dreh der fehlende Schnee ersetzt?
Unter anderem mit Fischmehl, weshalb es am Set entsprechend roch. Auch Styropor kam zum Einsatz.
48. Wie heißt Aschenbrödels Pferd?
Nikolaus. Gespielt wurde es von zwei verschiedenen Pferden, weil wegen der Maul- und Klauenseuche keine Tiere aus der Tschechoslowakei in die DDR gebracht werden durften.
49. Wer spielt den griesgrämigen Großvater in „Der kleine Lord“ von 1980?
Alec Guinness, bekannt als Obi-Wan Kenobi aus Star Wars. Das Erste zeigt den Film seit 1982 jedes Jahr, meist am letzten Freitag vor Heiligabend.
50. Wohin fliegt Kevins Familie in „Kevin allein zu Haus“?
Nach Paris. Im zweiten Teil steigt Kevin in das falsche Flugzeug und landet in New York.
51. Wie nennen sich die beiden Einbrecher Harry und Marv?
Die feuchten Banditen, weil Marv in jedem Haus, das sie ausrauben, das Wasser laufen lässt.
52. Was bekommt Clark Griswold in „Schöne Bescherung“ statt Weihnachtsgeld?
Eine Jahresmitgliedschaft in einem Gelee-Club, im Original dem Jelly of the Month Club. Danach ist es mit seiner Fassung endgültig vorbei.
53. Wie heißt der Bösewicht Hans Gruber in der deutschen Fassung von „Stirb langsam“?
Jack. Die Synchronisation machte aus der deutschen Bande eine europäische Gruppe und änderte die Namen, aus Karl wurde zum Beispiel Charlie.
54. In welchem Hochhaus spielt „Stirb langsam“?
Im Nakatomi Plaza. Gedreht wurde im Fox Plaza in Los Angeles, dem damals neuen Verwaltungsgebäude von 20th Century Fox, also dem Studio, das den Film selbst produzierte.
55. Wer klagt in Loriots Sketch „Weihnachten bei Hoppenstedts“: „Früher war mehr Lametta“?
Opa Hoppenstedt, während der Rest der Familie den Baum mit frischen Äpfeln schmückt. Der Sketch lief zuerst im Dezember 1978 und gehört seitdem zum Weihnachtsprogramm der ARD.
56. Welcher Film mit Heinz Rühmann wird jedes Jahr im Advent in Hörsälen gefeiert?
Die Feuerzangenbowle von 1944, nach dem Roman von Heinrich Spoerl. Bei den Vorführungen an Universitäten bringt das Publikum Requisiten mit und spielt einzelne Szenen mit.
57. Wer spielt den Grinch im Film von 2000?
Jim Carrey, unter einer Maske, deren Anlegen jeden Drehtag Stunden kostete. Am Ende wächst sein Herz um drei Größen.
58. Welches Amt hat Hugh Grant in „Tatsächlich… Liebe“?
Er ist britischer Premierminister und tanzt zu den Pointer Sisters durch die Downing Street.
Runde fünf: Geschichte von Weihnachten
Woher die Bräuche wirklich kommen. Hier liegen auch Leute daneben, die sich gut auskennen.
59. Woher kommt das Wort Weihnachten?
Aus dem Mittelhochdeutschen: „diu wîhe naht“ heißt die heilige Nacht. Die älteste bekannte Quelle ist eine Predigtsammlung aus der Zeit um 1170.
60. Wann ist ein Weihnachtsfest am 25. Dezember zum ersten Mal belegt?
Für das Jahr 336 in Rom. Überliefert ist es in einem römischen Kalender, dem Chronographen von 354.
61. Wo lebte der echte Nikolaus?
In Myra an der Südküste der heutigen Türkei, einem Ort, der heute Demre heißt. Seine Gebeine brachten italienische Kaufleute 1087 nach Bari, wo sie noch immer liegen.
62. Aus welcher Stadt stammt eine der frühesten Beschreibungen eines geschmückten Weihnachtsbaums, aus dem Jahr 1605?
Aus Straßburg. Man stellte Tannen in die Stuben und hängte Rosen aus buntem Papier daran, dazu Äpfel, Oblaten und Zucker.
63. Welches Bild machte den Weihnachtsbaum in England populär?
Eine Zeichnung von Queen Victoria und Prinz Albert mit ihren Kindern um einen geschmückten Baum, 1848 in den Illustrated London News. Albert hatte den Brauch aus Deutschland mitgebracht.
64. Welcher Zeichner aus der Pfalz prägte das Bild des amerikanischen Santa Claus?
Thomas Nast, 1840 in Landau geboren und als Kind nach New York ausgewandert. Ab 1863 zeichnete er Santa für Harper's Weekly, samt Werkstatt, Elfen und Wohnsitz am Nordpol.
65. Hat Coca-Cola den rot gekleideten Weihnachtsmann erfunden?
Nein. Nast zeichnete ihn schon in Rot und Weiß, und auch Zeitschriften zeigten ihn Anfang des 20. Jahrhunderts so. Haddon Sundbloms Werbebilder ab 1931 haben das Bild aber weltweit festgeklopft.
66. Welches Lied sangen deutsche und britische Soldaten beim Weihnachtsfrieden 1914?
Stille Nacht. An manchen Abschnitten der Westfront trafen sich die Soldaten im Niemandsland, tauschten Essen und Zigaretten, und an einigen Stellen wurde sogar Fußball gespielt.
67. Wann erschien Charles Dickens' „Eine Weihnachtsgeschichte“?
Am 19. Dezember 1843. Die erste Auflage von 6.000 Exemplaren war bis Heiligabend ausverkauft.
68. Wer verschickte die erste gedruckte Weihnachtskarte?
Sir Henry Cole, 1843 in London. Das Motiv zeichnete der Maler John Callcott Horsley.
69. Wer hängte die ersten elektrischen Lichter an einen Weihnachtsbaum?
Edward H. Johnson, ein Geschäftspartner von Thomas Edison, 1882 in New York. Es waren achtzig rote, weiße und blaue Glühbirnen, von Hand verdrahtet.
70. Wer verbot 1647 Weihnachten in England?
Das puritanisch geprägte Parlament. Meist bekommt Oliver Cromwell die Schuld, doch das Verbot kam vom Parlament und galt bis zur Rückkehr der Monarchie 1660.
71. Warum verfolgt das amerikanische Militär an Heiligabend den Weihnachtsmann?
Wegen eines Druckfehlers. 1955 stand in einer Zeitungsanzeige eine Nummer, unter der Kinder den Weihnachtsmann anrufen sollten. Sie landeten in einer Zentrale der Luftverteidigung, und Oberst Harry Shoup ließ ihnen Santas Position durchgeben. Daraus wurde der Santa Tracker, den heute NORAD betreibt.
Runde sechs: Weihnachten in aller Welt und auf dem Teller
Jedes Land hält sein eigenes Weihnachten für das normale. Danach wird gegessen.
72. Welche gehörnte Gestalt zieht in Österreich und Bayern am Abend des 5. Dezember durch die Straßen?
Der Krampus, der zottelige Begleiter des Nikolaus, mit Hörnern, Fell und Rute.
73. Wie heißt der Nikolaus in der Schweiz, und wer begleitet ihn?
Samichlaus, begleitet vom Schmutzli, der meist dunkel gekleidet ist und eine Rute trägt.
74. Wie kommt Sinterklaas jedes Jahr in die Niederlande?
Mit dem Dampfschiff, angeblich aus Spanien. Die große Geschenknacht ist dort der 5. Dezember, nicht Heiligabend.
75. Wer bringt in Italien am 6. Januar die Geschenke?
La Befana, eine gutmütige alte Hexe auf einem Besen.
76. Was schaut halb Schweden an Heiligabend um 15 Uhr?
Donald Duck. Seit 1960 zeigt das schwedische Fernsehen jedes Jahr zu dieser Uhrzeit dieselbe Disney-Sendung, Kalle Anka och hans vänner önskar God Jul.
77. Wie viele Weihnachtsgesellen besuchen isländische Kinder vor Weihnachten?
Dreizehn, jede Nacht einer. Sie heißen zum Beispiel Löffellecker, Türknaller und Wurstdieb.
78. Was essen viele Familien in Japan an Weihnachten?
Brathähnchen von KFC. Eine Werbekampagne von 1974 machte Fast-Food-Hähnchen zum Weihnachtsessen, und viele Familien bestellen es Wochen im Voraus.
79. Wer bringt in Russland die Geschenke, und wann feiert die orthodoxe Kirche Weihnachten?
Ded Moros, Väterchen Frost, oft in Blau und begleitet von seiner Enkelin Snegurotschka, zum Neujahrsfest. Weihnachten selbst feiert die russisch-orthodoxe Kirche am 7. Januar, weil sie für ihre Feste noch den julianischen Kalender verwendet.
80. Warum bleibt in Polen an Heiligabend ein Platz am Tisch frei?
Für einen unerwarteten Gast. Das Festessen, die Wigilia, beginnt traditionell, sobald der erste Stern am Himmel steht.
81. Was schlagen Kinder in Katalonien mit Stöcken, bis es Geschenke „ausscheidet“?
Den Tió de Nadal, einen Holzklotz mit aufgemaltem Gesicht und Decke, den sie im Advent jeden Abend füttern.
82. Was essen die meisten Deutschen an Heiligabend?
Kartoffelsalat mit Würstchen. In Umfragen liegt er seit Jahren vorn, je nach Umfrage bei einem Viertel bis gut einem Drittel der Befragten, im Osten noch deutlich häufiger.
83. Welcher Brief hat den Dresdner Stollen erst richtig gut gemacht?
Der Butterbrief von 1491. Papst Innozenz VIII. erlaubte darin, den Stollen trotz der Fastenzeit im Advent mit Butter zu backen.
84. Welche Lebkuchen dürfen sich „Nürnberger Lebkuchen“ nennen?
Nur die, die innerhalb der Stadtgrenzen von Nürnberg gebacken werden. Der Name ist seit 1996 EU-weit geschützt. Die edelste Sorte, der Elisenlebkuchen, muss mindestens 25 Prozent Nüsse oder Mandeln enthalten und darf höchstens 10 Prozent Mehl haben.
85. Wo und wann wurde der Dominostein erfunden?
1936 in Dresden, von dem Chocolatier Herbert Wendler. Er wollte eine Praline, die sich auch Leute mit wenig Geld leisten konnten: Lebkuchen, Fruchtgelee und Marzipan unter einem Schokoladenmantel.
86. Darf man Glühwein mit Wasser strecken?
Nein, das ist verboten. Glühwein darf nur aus Rot- oder Weißwein bestehen, gewürzt vor allem mit Zimt und Nelken, und muss mindestens 7 Prozent Alkohol haben.
Runde sieben: schwere Weihnachtsfragen für Erwachsene
Die Schlussrunde, für alle, die bisher alles richtig hatten.
87. Wie viel Butter muss mindestens in einem echten Dresdner Stollen stecken?
Die Hälfte des Mehlgewichts: auf 100 Teile Mehl mindestens 50 Teile Butter, dazu 65 Teile Sultaninen. Backen dürfen ihn nur rund 120 Betriebe in Dresden und Umgebung.
88. Auf welcher Erzählung beruht Tschaikowskis Ballett „Der Nussknacker“?
Auf „Nußknacker und Mausekönig“ von E. T. A. Hoffmann aus dem Jahr 1816, auf dem Umweg über eine französische Fassung von Alexandre Dumas. Bei Hoffmann heißt das Mädchen Marie, im Ballett meist Clara. Uraufgeführt wurde es 1892 in Sankt Petersburg.
89. Wer dirigierte die Uraufführung von Humperdincks Oper „Hänsel und Gretel“?
Richard Strauss, am 23. Dezember 1893 in Weimar. Seitdem gehört die Oper an vielen Häusern fest zur Adventszeit.
90. In welcher Stadt wurde Bachs Weihnachtsoratorium uraufgeführt?
In Leipzig, zum Jahreswechsel 1734/35. Die sechs Teile waren für sechs Gottesdienste zwischen dem ersten Weihnachtstag und dem Dreikönigstag gedacht.
91. Auf welchem Roman beruht „Stirb langsam“?
Auf Nothing Lasts Forever von Roderick Thorp, erschienen 1979.
92. Welcher Schauspieler gab als Hans Gruber sein Kinodebüt?
Alan Rickman, damals schon Anfang vierzig und bis dahin vor allem auf der Bühne zu Hause.
93. War „Ist das Leben nicht schön?“ 1946 ein Erfolg?
Nein, der Film machte Verlust. Zum Klassiker wurde er erst, nachdem 1974 wegen eines Versehens das Urheberrecht nicht verlängert wurde und amerikanische Sender ihn kostenlos zeigen konnten, Jahr für Jahr.
94. Was sind die Rauhnächte?
Die Nächte zwischen den Jahren, meist gezählt vom 25. Dezember bis zum Dreikönigstag am 6. Januar. Im Volksglauben galten sie als unheimliche Zeit, in der Geister unterwegs sind.
95. Wofür steht C+M+B, das die Sternsinger an die Haustür schreiben?
Für „Christus mansionem benedicat“, Christus segne dieses Haus. Viele lesen darin auch die Anfangsbuchstaben von Caspar, Melchior und Balthasar.
96. Woher kommt vermutlich der Name Spekulatius?
Ganz geklärt ist das nicht. Eine Deutung führt ihn auf „speculator“ zurück, den Aufseher, einen lateinischen Beinamen des Bischofs Nikolaus. Eine andere auf „speculum“, Bild oder Spiegel, wegen der Formen, die das Motiv in den Teig drücken.
97. Wie viele Pflaumen stecken in einem englischen Plum Pudding?
Keine. Mit plums meinte man im älteren Englisch Rosinen und anderes Trockenobst.
98. Wie viele Geschenke gibt es in „The Twelve Days of Christmas“, wenn man alle Strophen zusammenzählt?
364. Ein Rebhuhn in zwölf Strophen, zwei Turteltauben in elf und so weiter. Fast ein Geschenk für jeden Tag des Jahres.
99. Nach wem ist der Weihnachtsstern im Englischen benannt?
Nach Joel Roberts Poinsett, dem ersten Gesandten der USA in Mexiko, der die Pflanze in den 1820er-Jahren mitbrachte, daher poinsettia. Tödlich für Haustiere ist er übrigens nicht, der Milchsaft kann aber Magen und Haut reizen.
100. Wofür steht das X in Xmas?
Für den griechischen Buchstaben Chi, den ersten Buchstaben von Christos. Die Abkürzung ist also alt und christlich und kein moderner Versuch, Christus aus Weihnachten zu streichen.
So wird dein Weihnachtsquiz ein Erfolg
Halte die Runden kurz, zehn Fragen reichen, und lies jede Frage zweimal vor. Misch die Teams quer durch die Generationen: Kinder schlagen Erwachsene in Runde eins, Erwachsene holen es sich bei Liedern und Geschichte zurück, und so sitzt niemand lange auf dem Trockenen. Lies auch die Begründungen vor. Das ist der Teil, den sich alle merken und beim nächsten Fest weitererzählen.
Drei Fragen erwischen fast jeden Tisch: Nummer 16, weil kaum jemand Luther mit dem Christkind verbindet, Nummer 23, weil fast alle Heiligabend für einen Feiertag halten, und Nummer 41, weil Last Christmas gefühlt schon immer auf Platz eins stand. Heb sie dir fürs Stechen auf.
Den Hintergrund zu vielen Antworten findest du in den Fakten über Weihnachten, in der Geschichte des Nikolaus und bei Advent: Bedeutung und Ursprung. Für die restlichen elf Monate gibt es Quizfragen nach Kategorien, einfache Quizfragen für gemischte Runden, schwere Quizfragen für Besserwisser, Fragen fürs Kneipenquiz und eigene Runden zu Film und Musik.
Und falls du die Antwort eigentlich weißt, sie dir aber genau dann nicht einfällt, wenn alle dich anschauen: Das passiert fast jedem, und es gibt eine Erklärung dafür, nachzulesen unter warum du beim Quizabend blank ziehst. Wer sein Allgemeinwissen lieber nebenbei auffrischt, kann das mit NerdSip in ein paar Minuten am Tag tun, auch zwischen Plätzchen und Bescherung.
Häufig gestellte Fragen
Was sind gute Fragen für ein Weihnachtsquiz für Erwachsene?
Fragen mit einem Haken, bei denen alle glauben, die Antwort schon zu kennen. Ausgerechnet Martin Luther warb um 1535 für das Christkind als Gabenbringer. Heiligabend ist in Deutschland kein gesetzlicher Feiertag. In der deutschen Fassung von Stirb langsam heißt Hans Gruber Jack. Und die Uraufführung von Hänsel und Gretel 1893 in Weimar dirigierte Richard Strauss.
Welche Fragen eignen sich für ein Weihnachtsquiz für Kinder?
Gut funktionieren: Wie viele Kerzen hat ein Adventskranz? (Vier.) Wie viele Rentiere ziehen den Schlitten, Rudolph mitgezählt? (Neun.) Wie heißt der Schneemann aus Die Eiskönigin? (Olaf.) Wie heißt der Hund des Grinch? (Max.) Wie viele Zacken hat eine Schneeflocke? (Sechs.)
Wer bringt in Deutschland die Geschenke, das Christkind oder der Weihnachtsmann?
Das hängt von der Region ab. Im Süden und Westen, etwa in Bayern, im Rheinland und im Saarland, bringt meist das Christkind die Geschenke, im Norden und in Teilen der Mitte der Weihnachtsmann. Der Weihnachtsmann breitet sich aber seit Jahren auch im Süden aus.
Wann war Last Christmas zum ersten Mal auf Platz eins in Deutschland?
Am 24. Dezember 2021, 37 Jahre nach dem ersten Charteinstieg. Bei der Veröffentlichung 1984 kam der Song von Wham! in Deutschland nur auf Platz sieben.
Welcher ist der älteste Weihnachtsmarkt in Deutschland?
Der Dresdner Striezelmarkt ist seit 1434 urkundlich belegt und gilt deshalb oft als ältester. Der Wenzelsmarkt in Bautzen wird allerdings schon 1384 in einer Chronik erwähnt. Es kommt also darauf an, welche Art von Beleg man zählt.
Wie viele Fragen braucht ein Weihnachtsquiz?
Für einen Abend reichen dreißig bis vierzig Fragen, also drei oder vier Runden zu je zehn. Dann bleibt genug Zeit, die Antworten vorzulesen und darüber zu streiten, und das ist die Hälfte des Spaßes.
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